Johanna Jellici

„Johanna Jellici ist Sängerin und Soundkünstlerin, außerdem Literaturwissenschaftlerin und Experimentatorin. […] Johanna Jellici hat künstlerische Wurzeln etwa in der elektroakustischen und zeitgenössischen Klangkunst. Sie ist in der Welt bewusst gestalteter Hörumgebungen, audiovisueller Installationen und klangräumlicher Architektur ebenso zuhause wie in der musique concrète, den Ausläufern des experimentellen Pops oder dem umfassenden Komplex des Soundhealings […].“
Ralf Dombrowski, Musikjournalist 

Die Komponistin und Sängerin Johanna Jellici löst in ihren Arbeiten auf immer neue und sehr eigene Weise überkommene Genregrenzen auf. Mal haben ihre Werke konzertante Ansätze, mal sind es  Klanginstallationen, mal verwendet sie Formen des Environments.

Im Spannungsfeld stehen Wort und Text in gesprochener oder gesungener Form mit ihrer formalen und inhaltlichen Verbindung zu unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen. Andererseits geht es um die facettenreiche Arbeit mit Klängen und deren Bearbeitung mit elektronischen Medien und deren Zusammenspiel mit Instrumenten und Ensembles.

Als Sängerin lotet sie die Grenzen zwischen traditionellem und zeitgenössischem Gesang, zwischen rein geräuschhaften und liedhaften Strukturen ausdrucksstark und kreativ aus. In ihrem aktuellen Projekt mit dem schweizer Saxophonisten Jochen Baldes „Jellici/Baldes’ Soundfields“ verbindet sie live Electronics und Stimme mit einem Jazzensemble.

„[…] Das aktuelle Bandprojekt von Johanna Jellici und Jochen Baldes erschafft jenseits von akademischen Skalenroutinen und technischem Elektrohokuspokus eine ganz eigene Musiksprache, die  organisch Electronics und akustische Klangfarben miteinander verschmelzen lässt und so einen neuen Sound kreiert […].“ Andreas Höll, Kulturredakteur MDR

Johanna Jellici wuchs in Brüssel, Berlin und Barcelona auf. In Tübingen schloss sie ihr Literatur-wissenschaftsstudium und ging dann für zwei Jahre nach Tokyo und San Francisco. Nach ihrer Rückkehr nach Europa studierte sie Gesang und Elektroakustische Komposition und ging dann in die Schweiz, wo sie seit 16 Jahren in Zürich lebt. Am Complete Vocal Institute, Kopenhagen absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung zur diplomierten Complete Vocal Technique Lehrerin.

Jellicis Klanginstallationen, Live-Elektronische Performances und Kompositionen wurden im Architekturmuseum Frankfurt am Main, auf der Internationalen Automobilausstellung Frankfurt/Main für BMW, beim Internationalen Klangkunstfestival Erlangen, im Zürcher Club Tonimolkerei, bei Modenschauen von A-K-R-I-S und im Ulmer Museum/Kunsthalle Weishaupt gezeigt. Es folgten Werkschauen in der Audiophonen Galerie t-u-b-e, München und im Wiener Kunstverein Alte Schmiede. 2005 bekam sie den Elektronikpreis des Musikforums Viktringen, Österreich für ihre elektroakustische Komposition “Tertium Datur” für 8kanal Tonband, Cello und live Elektronik.

Als Sängerin stand sie mit Nina Hagen und der Bigband des Hessischen Rundfunks im Programm „Diva and Movie“ auf der Bühne und war Solistin für improvisierte und neue Musik bei Thomas Kessler und der Sinfonietta Basel, in Kompositionen von Eckehard Rödger, Gerhard Stäbler und Thomas Christoph Heyde. CD Produktion als Solistin bei den Dresdner Tage für Neue Musik, mit der Leipzig Bigband für den Mitteldeutschen Rundfunk im Gewandhaus, Leipzig und bei Musiques Suisses.

Johanna Jellici war Dozentin für Elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst, Wien am Institut für Komposition und Elektroakustik und leitete das Tonstudio der Abteilung für Medienkunst der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. Seit 2002 lebt und arbeitet sie hier als Sängerin, Installationskünstlerin, Komponistin und Stimmcoach

Johanna Jellici Vocalcoach


Johanna Jellici is originally based in classical elektro-acoustic and contemporary composition and is trained in the genres of jazz, musical theatre, and chanson. In her work, she is always searching for separations and overlaps between classical and entertainment music, between spoken and sung, between linear and harmonic structures. Her distinguishing characteristic is the blending of traditional sounds and instruments with state of the art electronic sound editing.

A key aspect of her work is the multilayered sound relays, through which she creates new sound spaces – from quadraphonic sound to innumerable autonomous tracks. The sounds move through rooms and thereby forging entirely new acoustic perspectives. Especially fascinating is the interplay of computer-multi-track sound and live instruments, for example in pieces such as “Terzium Datur” or “Zwischen Jetzt und Hier” (“Between Here and Now”). In this case the instrumentalist follows a time based score, which is synchronized with the many layered computer tracks. Ever again drawing from the full spectrum of musical expression, and the techniques and possibilities connected therewith, she creates new relationships between them using unique perspectives and points of view.

Finally Johanna Jellici solves borders between genres in her own way, drawing both from concert and installation based styles and repertoires. Anticipation building tensions and conflicts which move through her entire body of work, are the nature of words in their spoken, sung, contextual and lyrical form in connection with countless musical ways and facettes of expression. This, as well as the linking of real and electronic media is the path through the search of unity of various levels of sound, without regard for external aesthetic, the musical composition always remaining at the focal point.

see also: Johanna Jellici Vocalcoach